SCHWANGERSCHAFT
Baby glücklich

Schwere Beine in der Schwangerschaft

von

Schwangere
Foto: Panthermedia/Tomas Anderson

Tipps unserer Hebamme

Großer Bauch und schwere Beine: was für eine Kombination! Bewegung und ausreichend Pausen helfen, leichtfüßiger durch die Schwangerschaft zu kommen.

Die Beine sind schwer. Ein wenig fühlt es sich an, als hätte jemand Gewichte aus Blei an den Fußgelenken angebracht. Am liebsten möchte Mama in spe am Sofa liegen und abwarten, bis die Leichtigkeit von selbst wieder zurückkommt. Doch Bewegungsmangel macht schwere Beine noch schlimmer. Sie brauchen Aktivität, um in Schwung zu kommen und das Spannungs- wie Schweregefühl zu lindern.

Ursachen dieser möglichen Schwangerschaftsbegleiterscheinung sind einerseits das deutlich erhöhte Blutvolumen und anderseits hormonelle Veränderungen.

Die Schwangerschaftshormone Östrogen und Progesteron lockern das Gewebe auf und stellen die Venen weit. Zudem führt die schwerer werdende Gebärmutter, in der das Baby an Größe und Gewicht zulegt, zu einer Stauung im Bereich der Beckenvenen. Der venöse Rückstrom zum Herzen wird erschwert, und insbesondere in der unteren Körperhälfte – also vom Becken abwärts – nimmt der Venendruck im letzten Drittel der Schwangerschaft messbar zu. Venenprobleme, Ödeme und eine verstärkte Durchblutung der Haut können sich bemerkbar machen und in Form von Krampfadern oder Hämorrhoiden, müden, schweren oder kribbeligen Beinen und warmen Füßen in Erscheinung treten.

Eine spezielle Form der Beinprobleme sind "Restless Legs". Jede dritte bis vierte Frau zeigt in der Schwangerschaft Symptome rastloser und unruhiger Beine, die häufig zu Ein- und Durchschlafstörungen führen. Der schwangerschaftsbedingte Eisenmangel scheint das Auftreten zu fördern.

  • Durch Bestimmung des Ferritins im Blut sollte man den Eisenspiegel überprüfen und nach ärztlicher Absprache Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Was hilft gegen schwere Beine?

Bewegung ist die beste Strategie gegen Venenprobleme. Mit jedem Schritt kommt die sogenannte Muskelpumpe in Gang, in den Beinen kann das Blut nicht versacken. Sollte die Müdigkeit einmal zu groß sein, um moderaten sportlichen Aktivitäten nachzugehen, bringen Venenübungen Linderung.

Venenübungen sind ganz einfach auf dem Sofa liegend zu machen:

  • Das linke Bein aufstellen,
  • das rechte am linken Knie anlehnen und
  • kerzengerade nach oben strecken.
  • Im Wechsel Zehenspitzen und Ferse in Richtung Decke bewegen – so erfahren die Beine eine wunderbare Entlastung.
  • Auch das Kreisen des Fußgelenks bietet sich in dieser Position an.

Mit wenig Aufwand sind zwei einfache Venenübungen vollbracht. Jetzt noch an Beinwechsel denken, und schon fühlt man sich unbeschwerter als davor!

Im Alltag kleine Pausen machen, die Beine hochlegen und viel trinken: Das tut den Beinen ebenso gut wie Massagen, Lymphdrainagen, flache Schuhe und Kompressionsstrümpfe.

  • Vermeiden sollte man hingegen langes Stehen, Stöckelschuhe, warme Bäder, übereinandergeschlagene Beine und eine zu große Gewichtszunahme!

Autorin

Katharina Wallner ist frei praktizierende Hebamme, Pädagogin und unterrichtet an der Fachhochschule Campus Wien im Studiengang Hebammen. Sie begleitet Familien von der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter.

Zurück