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Negativ-Berichte über Anästhesien
verunsichern Eltern
anästhesie
© Joanna Zielinska - Fotolia.com

Operationen unter Vollnarkose sind bei Säuglingen und Kleinkindern mitunter unvermeidlich. Das umfasst einerseits Notfälle wie eine Blinddarm-OP. Aber auch bei Fehlentwicklungen wie etwa angeborenen Doppelnieren erspart eine Operation dem Kind weitere Beschwerden, beispielsweise durch wiederholte Entzündungen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) bedauert deshalb Medienberichte, wonach eine Allgemeinanästhesie bei Säuglingen und Kleinkindern zu einer lebenslangen Beeinträchtigung des Gedächtnisses führen könne. Solche wissenschaftlich derzeit nicht haltbaren Aussagen verunsicherten Eltern betroffener Kinder und schadeten den kleinen Patienten, kritisiert die DGKCH. Stattdessen sollten Ärzte Eltern beraten und vermitteln, dass notwendige Operationen rechtzeitig stattfinden.

Die Berichte beruhen auf einer kürzlich im Fachblatt „Neuropsychopharmacology“ veröffentlichten Studie von US-Forschern um Greg Stratmann. Sie verglichen die Gedächtnisleistung von 28 Kindern im Alter zwischen sechs und elf Jahren, die sich aufgrund einer Operation im ersten Lebensjahr einer Allgemeinanästhesie – umgangssprachlich Vollnarkose genannt – unterzogen hatten. Ihre Gedächtnisleistung war um etwa 25 Prozent verringert gegenüber Gleichaltrigen ohne Anästhesieerfahrung. Die Untersuchung schließt an frühere experimentelle Studien mit Tieren an. Danach können Anästhetika und Sedativa die Entwicklung des noch unreifen Gehirns negativ beeinflussen. Inwieweit sich dies auf Menschen übertragen lässt, ist umstritten. Gegenwärtig vorliegende wissenschaftliche Erkenntnisse als Argument gegen eine begründete Operation, etwa in den ersten beiden Lebensjahren, zu verwenden, sei verantwortungslos, meint Dr. med. Tobias Schuster, Sprecher DGKCH. „Es besteht Konsens, dass wir Kinder nur operieren, wenn es medizinisch geboten ist“, so der der Chefarzt der Kinderchirurgie am Klinikum Augsburg.

Eine noch unveröffentlichte prospektive Studie von Medizinern um Antje Allendorf, Oberärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt/Main stützt diese Einschätzung: Sie untersuchten in Kooperation mit der Kinderchirurgie unter Leitung von Professor Udo Rolle 40 Patienten mit angeborenen Fehlbildungen im Magen-Darm-Bereich, die als Neugeborene operiert und anästhesiert worden waren und 40 Kinder einer Kontrollgruppe, die nicht operiert wurden. Im Alter von zwei Jahren wiesen die kleinen Patienten keinen allgemeinen Rückstand in der motorischen und kognitiven Entwicklung auf.

Schuster rät Eltern davon ab, aus Bedenken oder Angst vor möglichen Folgen der Anästhesie medizinisch notwendige Operationen bei ihren Kindern zu verschieben. Denn Eingriffe unter Vollnarkose werden auch bei kleinen Kindern keineswegs nur in Notfällen durchgeführt. Auch um Entwicklungsstörungen eines Organs, einer Organfunktion oder etwa drohende Infektionen zu verhindern, ist eine rechtzeitige Operation entscheidend. Als Beispiel nennt der Facharzt eine OP bei Harnleiterabgangsenge zur Rettung der Nieren oder bei Hodenhochstand zur Erhaltung der Fruchtbarkeit. „Eine solche Operation hinauszuzögern ist nicht gerechtfertigt.“

Mehrere Forschergruppen widmen sicher derzeit dem Thema, insbesondere in den USA. Hier flossen im Jahr 2012 bereits 24 Millionen Dollar in entsprechende Studien. Als begrenzt bewertet die Aussagekraft der Rückschau von Stratmann und Co. jedoch auch Dr. med. Karin Becke, Chefärztin der Abteilung für Anästhesie an der Cnopf´schen Kinderklinik in Nürnberg.

Nähere Informationen unter: www.dgkch.de (Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie)


  letztes Update am 25.07.2014

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