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Hallstattfarben
Textile Verbindungen zwischen Forschung und Kunst
purpurschnecken

Dienstag Abend wurde - unter enormen Publikumsinteresse - die Ausstellung „hallstattfarben - Textile Verbindungen zwischen Forschung und Kunst“ eröffnet, die bis 6. Jänner 2013 zu sehen sein wird.  Die Hallstatt-Textilien - über 2500 Jahre alte Stoffstücke aus dem Hallstätter Salzberg -  sind der Ausgangspunkt vielfältiger Forschungen, deren Ergebnisse Kunstprojekte inspiriert haben. Diese Symbiose zwischen Forschung und Kunst wird nun gemeinsam in dieser Ausstellung präsentiert.

Entstanden aus einer Kooperation der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museum, der Universität für Angewandte Kunst, der Universität für Bodenkultur Wien und der Cultural Heritage Agency of the Netherlands gliedert sich die Ausstellung in verschiedene Themenbereiche.

Hallstatt - der Fundort
Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der Prähistorischen Abteilung des NHM ist der Fundort Hallstatt. Er gab nicht nur einer ganzen Kulturepoche seinen Namen, sondern gerade die Funde aus dem Bergwerk bieten in besonderer Weise einen Einblick in das Leben vor 3000 Jahren. Aufgrund der konservierenden Wirkung des Salzes sind hier Funde erhalten, die es in dieser Form anderswo nicht gibt. Gerade die Textilfunde sind noch in einer Qualität und Farbigkeit vorhanden, die uns ein Verständnis der Kulturhöhe des eisenzeitlichen Textilhandwerkes gibt.

Farbanalyse
Was wissen wir nun über eisenzeitliche Färbetechniken?
Die farbstoffanalytische Untersuchung der prähistorischen Hallstatt-Textilien mit Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie erlaubt einen Blick in die Anfänge der Textilfärberei. Menschen der Urgeschichte hatten erkannt, dass die Farbigkeit der Natur nicht einfach auf Textilien zu übertragen ist. In grünen Blättern, blauen und roten Blüten sowie Früchten fanden sie keine dauerhaften Textilfarbstoffe. Sie benutzten Gerbstoffe, gelbe und rote Beizenfarbstoffe und die blau färbende Pflanze Waid.. Sie färbten nachweislich Wolle nach dem Spinnen und nach dem Weben aber vermutlich auch Vlies.

Experimentelle Archäologie
Ein wichtiger Teilbereich des Projektes ist die Rekonstruktion konkreter, Farbstoff-analysierter Bänder aus dem Salzbergwerk. Dabei wurden die einzelnen Arbeitsschritte vom Vlies primitiver Schafrassen, über Spinnen und Weben bis zum fertigen Bandgewebe durchgeführt. Eine interessante Frage ist der nach dem benötigten Arbeitsaufwand; so sind um die 129 Stunden Arbeitszeit für ein aufwändiges Brettchengewebe nötig.

Färbeexperimente
Zahlreiche Färbeexperimente mit Naturfarbstoffen wurden an der Universität für Bodenkultur Wien im Rahmen des FWF-Forschungsprojektes durchgeführt. Ausgangspunkt für die Entwicklung der Färbeverfahren waren Recherchen in der Fachliteratur, in ethnologischen und historischen Quellen.
Mit im Garten der Universität für Bodenkultur angebautem Waid wurden zahlreiche  Färbeexperimente mit historischen Fermentationsküpen durchgeführt und darin auch die handgesponnenen Garne für die Reproduktionen der Bändchen gefärbt.

Archäologische Grundlagen 
Konkrete Originalfunde von Hallstatt-Textilien wurden in Bezug zu den Forschungsfragen und Kunstprojekten ausgewählt. Archäologische Geräte zur Textilproduktion sind neben den Textilfunden die Grundlagen zu den Experimenten, da möglichst nur unter „prähistorischen und historischen“ Gegebenheiten gearbeitet wurde. Es ist wichtig, in Fund und Beschreibung zu zeigen, welche Geräte in der Eisenzeit zur Verfügung standen.

Kunstprojekte
Studentinnen der Universität für angewandte Kunst Wien präsentieren Arbeiten, die inspiriert von den prähistorischen Färbe- und Webtechniken im Dialog mit der Wissenschaft entstanden sind. In der Hallstattzeit wurden verschiedene Ornamente und Symbole verwendet (z. B. Dreieck, Ente, Pferd), es gibt sie vielfältig auf verschiedenen Medien (auf Keramik, Metallgegenständen…). Die Künstler haben teilweise diese Symbole aufgegriffen und zu modernen Kunstobjekten umgedeutet.


Über das Naturhistorische Museum Wien
Eröffnet 1889 ist das NHM mit etwa 30 Millionen Sammlungsobjekten und mehr als 500.000 Besuchern im Jahr 2010 eines der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Museen der Welt. Seine frühesten Sammlungen sind über 250 Jahre alt, berühmte und einzigartige Exponate, etwa die 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf, die vor über 200 Jahren ausgestorbene Stellersche Seekuh, riesige Saurierskelette sowie die weltweit größte und älteste Meteoritenschausammlung zählen zu den Höhepunkten eines Rundganges und machen die Faszination Natur in 39 weiträumigen Schausälen erlebbar.
In den Forschungsabteilungen des NHM betreiben etwa 60 Wissenschafter aktuelle Grundlagenforschung in den verschiedensten Gebieten der Erd-, Bio- und Humanwissenschaften. Damit ist das Museum wichtiges Kompetenzzentrum für öffentliche Fragen und eine der größten außeruniversitären Forschungsinstitutionen Österreichs. Das neue Imagevideo des NHM finden Sie hier:
www.youtube.com/watch?v=Fwxf6LejQ2Y

Weitere Infos unter: www.nhm-wien.ac.at   


  letztes Update am 10.02.2012

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