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VKI-Klage erfolgreich
Werbung an Volksschulen
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(c) Verein für Konsumenteninformation

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führt - im Auftrag des Sozialministeriums - eine Verbandsklage nach dem Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb (UWG) gegen die Young Enterprises Media GmbH, die ein mit Werbungen gepflastertes sogenanntes "Mitteilungsheft" herausgibt und an rund 800 Volksschulen in Österreich zur Verteilung bereitstellt. Das Handelsgericht Wien (HG Wien) sieht in den Volksschulen zwar keine "werbefreien Zonen", doch wenn ein "Mitteilungsheft" eine Vielzahl von teils auffälligen, ganzseitigen Werbungen enthält, dann ist eine solche aggressive Werbung verboten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Werbeunternehmen Young Enterprises Media GmbH ist auf die Werbung im Schulbereich spezialisiert. Unter anderem gibt das Unternehmen jeweils zum Schulbeginn ein sogenanntes "Mitteilungsheft" heraus, das Volksschulen zur Verteilung gratis - auf Anforderung - zur Verfügung gestellt wird. Dieses Angebot wird von rund 800 Volksschulen in ganz Österreich wahrgenommen. Die Hefte werden dann in der Regel von den LehrerInnen im Unterricht an die Schulkinder verteilt. So werden jährlich rund 116.000 Stück dieses Werbematerials an Volksschulen verteilt.

Das "Mitteilungsheft" besteht aus einer Vielzahl von teils auffälligen, ganzseitigen Werbeseiten (siehe dazu die Darstellungen auf www.youngenterprises.at/). Diese Einschaltungen sind beim Benützen bzw. Durchblättern des Heftes allgegenwärtig. Es ist nahezu unmöglich, dass das Kind das Heft benützt, ohne die Werbebotschaften wahrzunehmen, ihnen immer wieder ausgesetzt zu sein und von ihnen beeinflusst zu werden.

Unter Vertriebsweise kann man im aktuellen "Mediadatenblatt Mitteilungsheft" folgendes finden:

  • Hefte werden von Schulen aktiv bestellt und exakt nach Schüleranzahl angeliefert
  • Hefte dürfen seitens der Schulen nicht eingebunden werden
  • Hefte müssen als das einzige exklusive Mitteilungsheft geführt werden


Das HG Wien sieht zwar die Schule nicht generell als "werbefreien Raum" an, beurteilt aber die Intensität der Werbung im "Mitteilungsheft" - 19 Seiten Werbung bei 41 Seiten ohne Werbung - als aggressive und damit verbotene Werbung.

Wenn Kinder auf unlautere Weise dazu veranlasst werden, ihre Eltern zu geschäftlichen Entscheidungen zu motivieren, die diese sonst nicht getroffen hätten, liege eine aggressive Geschäftspraktik vor. Die Entscheidungs- oder Verhaltensfreiheit der Erwachsenen werde durch Kaufappelle an die Kinder wesentlich beeinträchtigt.

"Dieses Urteil setzt der Werbung in Schulen - insbesondere in Volksschulen - deutliche Grenzen", freut sich Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI.

Diese Schulwerbung ist für die Schulen auch keineswegs ein "gutes Geschäft". Im Gegenteil: Marketingfirmen verdienen an der Schulwerbung bestens (das Logo am Cover kostet etwa 11.110 Euro, ein gut plaziertes Inserat 18.880 Euro), die Schulen bekommen für die Durchführung der Werbemaßnahmen entweder gar nichts oder ein Butterbrot. "Es wäre wert zu diskutieren, wie man diese zügellosen Werbeaktivitäten in Schulen besser reglementieren könnte", sagt Dr. Peter Kolba.

Hier können Sie das Urteil im Volltext downloaden www.verbraucherrecht.at

Weiterführende Informationen:
www.konsument.at
www.verbraucherrecht.at


  letztes Update am 09.05.2014

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