NEWS + AKTUELLES
 Baby
 Familie & Kidz
 Lifestyle
LESEN + SPIELEN
 Kidz
 Erwachsene
SERVICETIPPS
 Serviceinfos für Sie
 Basteltipps
 Rezepte
 Produktrückrufe
FREIZEIT + URLAUB
 Veranstaltungstipps
 Neuigkeiten
 Feste feiern
 all4family - Das Magazin
Unsere Gewinner
 Unsere Gewinner
KOOPERATIONSPARTNER
 Kooperationspartner
DIE AKTUELLE AUSGABE

all4family 02/17

Jetzt abonnieren !

ARCHIV
 Archiv
 Unsere Gewinner
Baby:
Vitamin D: Ein Schlüssel
zur positiven frühkindlichen Prägung in den ersten 1000 Tagen
milupa - vitamin d
(c) Milupa GmbH

Sein essenzieller Einfluss auf die Knochendichte ist seit Jahrzehnten unbestritten. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass in fast allen anderen Geweben und Organen – bis hin zum Gehirn – ebenfalls Vitamin-D-Rezeptoren sitzen. Vitamin D mischt daher an vielen Stellen im Stoffwechsel mit. Die weitreichenden physiologischen und präventiven Effekte lassen den Sonderstatus des Vitamins mit Hormonwirkung somit auch in den ersten 1000 Tagen des Lebens in einem neuen Licht erscheinen. Wie aber sollen die seit 2012 auf das Vierfache angehobenen Empfehlungen im Essalltag realisiert werden? Diese und andere Fragen rund um das Sonnenvitamin wurden im Rahmen des Milupa-Symposiums beim diesjährigen Pädiatrischen Frühling der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) diskutiert.

Bis vor wenigen Jahren wurde die Bedeutung von Vitamin D auf dessen Rolle im Knochenstoffwechsel beschränkt. Nun mehren sich die Fakten über seine vielseitigen weiteren Aufgaben bei unterschiedlichsten Vorgängen im Körper von A wie Autoimmunprozessen bis Z wie Zuckerverwertung. Mittlerweile ist bekannt, dass die meisten Körperzellen Vitamin D-Rezeptoren („Andockstellen“) besitzen. Dies lässt den Schluss zu, dass das Vitamin mehr Funktionen als nur jene des Knochenaufbaus hat und als potenziellen Schutzfaktor gegenüber verschiedenen Krankheiten wirksam ist. Dr. Dieter Furthner, Leiter der Abteilung für Pädiatrie am Salzkammergutklinikum Vöcklabruck, wies besonders auf die bislang wenig beachtete Funktion des Vitamins im Abwehrsystem hin.

Big Player im Immunsystem
Calcitriol, die aktive Form von Vitamin D, ist ein fleißiger Helfer im Immunsystem. Es fördert die Umwandlung von Monozyten zu den in der Immunabwehr unentbehrlichen Makrophagen (Fresszellen) und ermöglicht außerdem die Synthese von antimikrobiell wirksamen Peptiden. Studien an Kindern belegen, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D das Risiko für Atemwegsinfekte senken kann. So zeigte eine Studie, dass jene Kinder, die täglich 30 µg Vitamin D als Supplement erhielten, ein um 62% geringeres Risiko hatten an Grippe (Influenza A) zu erkranken.

Stark gegen Autoimmunerkrankungen
Autoimmunprozesse spielen u. a. bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes eine entscheidende Rolle. Vitamin D könnte aufgrund seiner immunmodulierenden Wirkung schützend wirken. Eine Studie zeigte, dass bei Kindern, die Vitamin-D-Supplemente erhielten, das Typ-1-Diabetes-Risiko um 88 Prozent geringer war als bei jenen, die kein Vitamin D eingenommen hatten. Dies wurde durch eine Metaanalyse im Jahr 2008 untermauert. Furthner dazu: „Ich beobachte bei meinen Patienten mit Typ-1-Diabetes oder MS häufig einen Mangel. Ob das die Ursache für die Erkrankung oder eine Folge davon ist, lässt sich anhand der vorliegenden Literatur noch nicht abschätzen.“ Im Fall von Multipler Sklerose (MS) ist die Vitamin-D-Versorgung invers mit dem Risiko assoziiert. Bei bereits bestehender MS ist unter Vitamin-D-Supplementierung eine Reduktion von Krankheitsschüben zu beobachten.

Frühkindliche Prägung und Gehirnentwicklung stark Vitamin D-abhängig
Hirnforscher haben entdeckt, dass in den Nervenzellen des Gehirns ebenfalls Vitamin D-Rezeptoren sitzen. Außerdem konnte man im Gehirn jene Enzyme nachweisen, die die Bildung von Calcitriol im Gehirn fördern. Es scheint gesichert, dass Vitamin D auch bei der Entwicklung und Funktion des Gehirns eine wesentliche Rolle spielt. Während der frühkindlichen Prägung in den ersten 1000 Tagen (von der Zeugung bis zum 2. Geburtstag) nimmt Vitamin D daher eine Schlüsselrolle ein.

Empfohlene Zufuhrmengen über Ernährung kaum erreichbar
Im deutschsprachigen Raum werden von Fachgesellschaften aktuell 15-20 µg Vitamin D pro Tag empfohlen – für Erwachsene genauso wie für Kleinkinder. Das ist ca. 4x so viel wie vor der Aktualisierung 2012. Furthner bestätigt, dass diese Mengen von Kindern nicht alleine mit üblichen Lebensmitteln erreicht werden können.
Bei ausreichender UVB-Strahlung des Sonnenlichts produziert der Körper Vitamin D zum Großteil selbst in der Haut. Dieses wird dann in der Leber und der Niere in die aktive Form umgewandelt. Aber: Je stärker die Haut pigmentiert ist, je höher der Schutzfaktor der Sonnencreme und je weiter nördlich man wohnt, desto schlechter funktioniert diese Eigensynthese. Hinzu kommt ein verändertes Freizeitverhalten, weshalb auch Kinder ganzjährig auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen sind. Gute Quellen für Vitamin D beschränken sich auf Fisch, Pilze, Eigelb – alles Lebensmittel, die in der üblichen Kinderernährung zu kurz kommen. Angereicherte Lebensmittel können mithelfen, die hohen Vorgaben der Fachgesellschaften zu erreichen, allerdings ist z. B. bei Kindermilch die Höhe der Anreicherung sehr unterschiedlich. Eltern sollten daher bei der Auswahl den Vitamin D-Anteil vergleichen. Die Resorption von Vitamin D aus Milch ist übrigens aufgrund des enthaltenen Laktalbumins besonders gut.

Lebensmittel
natürliche und angereicherte
Vitamin D in µg/Kinder-Portion
(gerundet)

Hering, 50 g gegart

13
Forelle, 50 g gegart 10
Wildlachs, 50 g gegart 2
Kindermilch, angereichert, 250 ml 2,75-6,25
Eigelb, 1 Stk. 1,7
Champignons, 50 g 1
Kuhmilch (3,5% Fett), 250ml 0,25
Margarine, angereichert, 5 g 0,4
Butter, 5 g 0,05

Quelle: nut.s nutritional software (BLS 3.01) und Herstellerangaben

Kinder sind schlecht versorgt
Da es aus Österreich keine Studien über den Vitamin D-Status von Kleinkindern gibt, muss auf Erfahrungen der Nachbarländer zurückgegriffen werden. Die Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts zeigten eine deutliche Unterversorgung. Bei 62 % der 3 bis 17-Jährigen Nicht-Migranten und bei 76 % der Migranten liegt ein Vitamin D-Mangel vor. Für Furthner lohnt es sich in jedem Fall, Vitamin D mehr Aufmerksamkeit zu schenken: „Angesichts der enormen gesundheitsfördernden Bedeutung von Vitamin D empfehle ich, Kindern ab dem 1. Geburtstag neben einem Vitamin-D-reichen Essalltag zusätzlich z.B. 10 µg/Tag als Supplement zu verabreichen.“ Warum dann nicht gleich die gesamte Menge supplementieren? „Bei Supplementen bleibt immer das Risiko Überdosierung. Deshalb plädiere ich dafür, einen Teil der empfohlenen Menge mit der Nahrung – gegebenenfalls mit angereicherten Produkten wie z. B. Kindermilch – aufzunehmen, wie es in den USA auch schon üblich ist“, so Furthner.


  letztes Update am 07.07.2015

 [zurück]

SUCHE:
  go >>

WERBUNG  

WERBUNG  

WERBUNG