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Studie:
Familien fühlen sich gesellschaftlich unerwünscht
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© Marion Wear, Fotolia.com

Laut Studie fühlen sich die meisten Familien gesellschaftlich unerwünscht - Kinder in Cafés und Hotels nicht gern gesehen - Schreiende Babys erregen oft Unmut.

Gedämpftes Gemurmel erfüllt das Caféhaus. Hie und da ist das zarte Klirren von Geschirr zu hören. Da betritt eine Mutter mit zwei Kindern das Lokal – und die Idylle zerbricht. Das ältere Kind will sich nicht niedersetzen und läuft im Slalom um die Tische herum. Das Baby verschüttet den Inhalt seiner Flasche – und weint. 

"Die Mutter erntet böse Blicke, wird beschimpft und geht wieder", erzählt Alexandra Lugert, Bundesgeschäftsführerin des Österreichischen Familienbundes, die Geschichte weiter. Es sei daher nicht verwunderlich, dass sich mehr als die Hälfte der Familien mit Kindern an öffentlichen Orten unerwünscht fühlt, wie eine aktuelle Studie der Interessenvertretung der niederösterreichischen Familien ergab. Wobei mit "öffentlichen Orten" Cafés und Hotels sowie Verkehrsmittel und Ämter gemeint sind.

"Dieses Ergebnis ist auf ganz Österreich übertragbar", meint Lugert zur "Wiener Zeitung". Im Vergleich zu süd- und nordeuropäischen Ländern bestehe daher Aufholbedarf. Familiensoziologe Max Haller von der Uni Graz untermauert diese These: "Kinder haben in Österreich einen geringen Stellenwert. In der Gesellschaft soll Ruhe und Ordnung herrschen – ein Kind bringt Chaos hinein und ist nicht gern gesehen."

"Vor allem in mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland, Tschechien, Belgien und Österreich werden Kinder stärker als Belastung empfunden", ergänzt Rudolf Richter von der Uni Wien. Man setze sich hier intensiver mit der Frage, was ein Kind tun darf und was nicht, auseinander. Gleichzeitig fühlten sich die Mitteleuropäer stärker verpflichtet, für das Kind optimal zu sorgen. "Eine ambivalente Situation: Die Schweden etwa haben viel weniger Bedenken, ihre Kinder in öffentliche Institutionen zu geben."

Kinderverbot im Hotel 
Im Zusammenhang mit dem geringen gesellschaftlichen Stellenwert von Kindern machte vor fünf Jahren auch ein oberösterreichischer Hotelier Schlagzeilen, als er sein Hotel mit einem Kinderverbot belegte. Weitere Hotels folgten. "Rechtlich gesehen ist es erlaubt, dass Betriebe Familien mit Kindern ausschließen", lautet die Auskunft des Fachverbandes Gastronomie von der Wirtschaftskammer Österreich dazu. "Menschen, die ihre Ruhe wollen, haben die gleichen Rechte wie Menschen mit Kindern", verteidigt auch Sepp Schellhorn, Präsident der österreichischen Hoteliervereinigung, die "kinderfreien" Hotels. Seien doch gleichzeitig Kinder- und Familienhotels aus dem Boden geschossen.

Der Familienbund hat zwar auf das Kinderverbot reagiert und die Kampagne "Kinder willkommen" gestartet, bei der kinderfreundliche Betriebe mit einem Aufkleber gekennzeichnet werden. Lugert fürchtet aber dennoch, dass die Kinderfeindlichkeit dazu führt, dass Eltern mit Kindern gar nicht mehr ausgehen. "Die Katze beißt sich in den Schwanz, weil Kinder künftige Kunden und Konsumenten sind."

Der geringe Stellenwert des Kindes spiegele sich auch in der Arbeitswelt wider: Arbeitnehmerinnen ist es laut Lugert häufig unangenehm, ihrem Chef eine Schwangerschaft bekanntzugeben. Lugert möchte daher die Kampagne "Kinder willkommen" forcieren – um zu verhindern, "dass die Situation in einen Gebärstreik mündet".

Quelle: Wiener Zeitung, Printausgabe vom Freitag, 11. März 2011 von Petra Tempfer


  letztes Update am 22.03.2011

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