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Durchbruch
Einfrieren unbefruchteter Eizellen möglich!
Kinderwunschklinik - Juli11
© KinderWunschKlinik

Die Revolution der weiblichen Fruchtbarkeit:
Eizellen der Frau können unbefruchtet eingefroren werden!

In der Reproduktionsmedizin ist es seit vielen Jahren möglich, Embryonen für nahezu unbegrenzte Zeit in flüssigem Stickstoff zu frieren und zu lagern.
Unbefruchtete, menschliche Eizellen konnten bis dato nicht eingefroren werden, ohne ihr reproduktionsmedizinisches Potential zu verlieren. Dank eines wissenschaftlichen Durchbruchs in der Kryobiologie ist es nun gelungen, unbefruchtete Eizellen zu frieren, welche nach dem Auftauen dieselbe Qualität aufweisen wie frische Eizellen. Dies ermöglicht vielen Frauen, die das Kinderkriegen auf später verschieben möchten, Eizellen in jungen Jahren einzufrieren, welche dann für spätere Lebensphasen reproduktionsmedizinisch zur Verfügung stehen.
„Dies ist die zweite Revolution in der Reproduktionsmedizin nach Erfinden der Pille. Die Frauen können damit selbstbestimmt und zu einem Zeitpunkt, wo die Qualität der Eizellen noch auf einem sehr hohen Niveau ist, ihre Eizellen einfrieren lassen. Sollte die Frau in späteren Jahren mit den eigenen Eizellen nicht mehr schwanger werden, kann sie auf ihre eigenen Eizellen aus jungen Jahren zurückgreifen und sie hat damit eine wesentlich höhere Chance komplikationslos schwanger zu werden!“ erklärt Prim. Dr. Leonhard Loimer, Leiter der KinderWunschKliniken Wels und Wien, euphorisch.

Der wissenschaftliche Durchbruch
Vorreiter in der Kryobiologie in diesem Bereich war Spanien (Institut IVI, Valencia); dort wird seit vielen Jahren an der Technik und an den Möglichkeiten des Einfrierens gearbeitet. Mit Hilfe eines eigens erstellten Einfrier-Protokolls („Cobo Protokoll“, benannt nach der dortigen Leiterin der Kryokonservierung Dr. Ana Cobo) werden die Eizellen nun in den KinderWunschKliniken von Dr. Loimer in Wien und Wels nach den in Spanien entwickelten Kriterien in zertifizierten Lagerstätten eingelagert.

Je nach Anzahl der eingelagerten Eizellen kann die Frau dann von einer definierten Schwangerschaftschance ausgehen. „Wir können heute einer Frau, die in jungen Jahren ihre Eizellen einfrieren lässt, je nach Anzahl der gewonnen Eizellen voraussagen, wie hoch ihre Chance ist schwanger zu werden. Frieren wir beispielsweise zwölf Eizellen einer 27-jährigen Frau ein, kann die Frau später mit einer Schwangerschaftschance von fast 60 Prozent rechnen, bei zehn Eizellen sind es immer noch über 40 Prozent“, berichtet Dr. Martin Swoboda, Reproduktionsmediziner in der KinderWunschKlinik, der sich das Know-how für diese Technik in Spanien angeeignet hat.

Von einem hundertprozentig erfüllbaren Kinderwunsch darf aber nicht ausgegangen werden: „Wir warnen ausdrücklich davor, Frauen zu suggerieren, sie können mit der Familienplanung ewig warten. Diese übertriebene Vorstellung kann und wird auch in absehbarer Zukunft nicht erfüllt werden!“ appelliert Dr. Loimer.
„Wir sehen es zudem als Aufgabe einer ethisch und moralisch handelnden Gesellschaft, Reglementierungen zu schaffen, die eine Schwangerschaft weit über die natürliche Menopause hinausgehend verhindern“, so Prof. DDr. Johannes Huber als bioethischer Berater der KinderWunschKlinik ergänzend.


Prof. Carl Djerassi, Vater der Anti-Baby-Pille,
im Kreise des Ärzte-Teams der KinderWunschKlinik
© KinderWunschKlinik

Das reproduktionsmedizinische Dilemma der Frau
Zusammen mit dem immer späteren Kinderwunsch in westlichen Industrienationen (längere Ausbildungswege, Karriereplanung, Neuorientierung in der Partnerschaft...) ergibt sich für viele Frauen ein reproduktionstechnisches Dilemma. In den Jahren der höchsten Fruchtbarkeit (zwischen 25 und 27 Jahren) wird heute in den meisten Fällen nicht der richtige Zeitpunkt für Familienplanung gesehen. Zu einem späteren – nun für die Frau optimal angesehenen Zeitpunkt - ergeben sich aber reproduktionsbiologische Probleme.

Denn:
Jede Frau kommt mit einer individuell vorgegebenen Anzahl von Eizellen in ihren Eierstöcken zur Welt; anders als beim Mann, wo laufend Samenzellen nachproduziert werden, ist die Anzahl bei der Frau also limitiert. Durch Umwelteinflüsse, Alterungsprozesse kommt es zu einer stetigen Abnahme der Eizellen in den Ovarien, bis diese schließlich aufgebraucht sind, dann spricht man vom Eintritt der Menopause. Zudem kommt es mit zunehmendem Lebensalter zu einer deutlichen Abnahme der Eizellqualität, so dass die Chance auf ein gesundes Kind, bzw. den Eintritt der Schwangerschaft mit zunehmendem Lebensalter absinkt.

Die öffentliche Wahrnehmung signalisiert den Frauen oftmals ein anderes Bild, in dem immer wieder von Schwangerschaften in späteren Jahren berichtet wird. „Hier müssen wir ausdrücklich festhalten, dass dies eine verfälschte Wahrnehmung ist. Die Chance auf eine erfolgreiche Reproduktion wird in einem höheren Alter deutlich überschätzt, denn schon mit 30 Jahren beginnt bei den meisten Frauen eine Phase der leicht eingeschränkten Fertilität, die dann mit 35 in die Phase der deutlich eingeschränkten übergeht, ab 40 Jahren spricht man reproduktionstechnisch gesehen von einer hochgradig eingeschränkten Fertilität!“ so Dr. Swoboda.

Nicht vergessen darf man hierbei auch zusätzlichen Risikofaktoren bei einer Schwangerschaft in hohem Alter. Bei der Mutter steigt das Risiko zu Komplikationen (Gestose, Gestationsdiabetes...) stark an, vor allem aber auch bei den Kindern nimmt das Risiko einer genetischen Erkrankung (Trisomie 21...) durch die qualitative Abnahme der Eizelle stark zu.
„In vielen europäischen Ländern und vor allem auch in den USA wenden die Reproduktionsmediziner aus diesen Gründen oftmals die anonyme Eizellenspende an, die Österreich bis dato noch nicht erlaubt ist. Dank der neuen Technik ist es aber nun möglich, mit seinen eigenen, gesunden Eizellen aus jungen Jahren schwanger zu werden – sogar mit der gleichen Chance, wie bei einer Fremdeizelle“, so Dr. Loimer abschließend.

www.kinderwunschklinik.at


  letztes Update am 19.07.2011

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