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Erwachsene:
Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht
Ein Schnitt mit Folgen:
Kaiserschnitt
© »Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht«, Edition Riedenburg

Er wird als schmerzlos angepriesen oder unnötig verteufelt. Für die Mutter ist er jedenfalls eine schwere Operation, für das Kind die zwar unsanfte, aber oft einzig mögliche Geburt. Der Kaiserschnitt hat bisher kaum diskutierte Folgen – und viele Gesichter.

»Frauen wird die Geburt nicht zugetraut, sie trauen sich selbst eine Geburt nicht zu, es wird zu schnell aufgeschnitten.« Das Zitat, das die Problematik des Kaiserschnittes so kurz und präzise benennt, stammt von einer 37-jährigen, dreifachen Kaiserschnitt-Mutter. Insgesamt 162 Kaiserschnitt-Mütter kommen im neuen Kaiserschnitt-Fotobuch »Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht« zu Wort, das zwei junge Salzburgerinnen gemeinsam mit einer Fotografin verfasst haben. Aus eigener Betroffenheit und Mangel an Informationen haben sie öffentlich nachgefragt: Warum steigt die Kaiserschnitt-Rate seit Jahren kontinuierlich an? Welche Meinungen vertreten die Geburtshelfer/innen? Welche Folgen hat der Kaiserschnitt überhaupt? Am Anfang wollte das Autorinnen- Team »nur« ein Fotobuch machen, in dem Kaiserschnitt-Narben und Erinnerungen der dazugehörigen Mütter anonymisiert abgebildet werden. Herausgekommen ist jetzt ein 50 Seiten starkes Kompendium, das nicht nur Diskussionsstoff, sondern auch berührende und unbequeme Ansichten liefert.

Wunsch nach Kaiserschnitt?
Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät, die Kaiserschnittrate von zehn Prozent nicht zu überschreiten, weil daraus kein weiterer gesundheitlicher Vorteil wie z. B. eine geringere Säuglingssterblichkeit zu erwarten ist. Der Kaiserschnitt soll, so die Empfehlung, dem medizinischen Notfall vorbehalten bleiben. In Österreich jedoch kommt bereits jedes vierte Kind durch eine Kaiserschnitt- Operation auf die Welt. Das ist doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Im neuen Kaiserschnitt-Fotobuch, für das neben Kaiserschnitt-Müttern auch über 150 geburtshilfliche ExpertInnen befragt wurden, werden die Gründe dafür gesucht – und gefunden. Überraschendste Erkenntnis: Den Wunschkaiserschnitt gibt es gar nicht in dem Maße, wie er für den Anstieg der Kaiserschnittrate verantwortlich gemacht wird. Denn viele Frauen fühlen sich von den ÄrztInnen zum Kaiserschnitt gedrängt, sie haben Angst vor Wehen oder Komplikationen und fast alle beklagen die mangelnde Aufklärung.

Geburt oder Operation?
Der Kaiserschnitt ist für das Ungeborene zwar automatisch auch eine Geburt, trotzdem bleibt er für die Schwangere eine schwere Bauch-Operation. Fast jede zweite Kaiserschnitt- Mutter gibt an, dass der operative Eingriff die Mutter-Kind-Beziehung gestört habe. Intensiver Körperkontakt wird oft erst nach mehreren Stunden ermöglicht, obwohl man weiß, wie wichtig der unmittelbare und ausgiebige Haut-an-Haut-Kontakt für Mutter und Kind ist. Fremdheits-Gefühle und Stillprobleme werden ebenso oft genannt wie Schwierigkeiten bei der Wundheilung, Schmerzen und Probleme mit der Narbe. 42 Prozent der befragten Frauen geben an, den Kaiserschnitt als Trauma erlebt zu haben. Zwei Drittel aller Frauen beklagten das fehlende Geburtserlebnis und rund jede vierte Mutter hatte nach dem Kaiserschnitt Minderwertigkeitskomplexe. Rundum zufriedene Kaiserschnitt- Mütter ohne Probleme sind in der Minderheit, aber natürlich gibt es sie. Sie berichten vom Stolz, trotz Komplikationen ein gesundes Kind auf die Welt gebracht zu haben und von der Erleichterung darüber, dass es diesen »Notausstieg für das Baby« gibt.

Hebammen stärken Frauen
Was können Schwangere tun, die unsicher über den Geburtsmodus sind? Sie müssen sich besser informieren, nachfragen und schon früh in der Schwangerschaft Kontakt mit einer guten Hebamme aufnehmen. Je mehr operiert wird, desto schneller wird das uralte Frauenwissen rund um die Geburt in Vergessenheit geraten. Schon heute sind viele MedizinerInnen bei Geburten ratlos und überfordert – erfahrene Hebammen ermöglichen aber oft auch in komplizierten Situationen Müttern und Kindern eine natürliche, vaginale Geburt. Eine Kaiserschnitt- Mutter aus dem Buch sagt dazu: »Geburten wären wesentlich komplikationsloser, würden sich Ärzte nicht so viel einmischen. Kinder kommen durch Frauenkraft!«

Buchtipp: Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht, Caroline Oblasser, Ulrike Ebner Gudrun Wesp, edition riedenburg


  letztes Update am 24.03.2011

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